Mystisches aus Wilthen und Umgebung - Einleitung

Einleitung   Meinen Ausführungen zu diesem interessanten Thema möchte ich folgende Worte des belgischen Schriftstellers Maurice M...

10 November 2019

Visionen am Ende eines langen Lebens


Visionen am Ende eines langen Lebens.

Wenige Tage bevor meine Großmutter Elise Kubitz am 6. April 1994 im Alter von 91 Jahren [1] in Tautewalde verstarb, erzählte sie meiner Tante Lore Kubitz, als diese ihr das Mittagessen ans Bett brachte, folgende unglaubliche Geschichte:
„Lore, weißt du wer heute bei mir war? Die Weise Frieda.“
Meine Oma Elise
Jetzt ist meine Schwiegermutter schon irre, dachte sich Lore Kubitz als sie die alte Frau reden hörte.
„Aber Mutter, die Frieda lebt doch schon viele Jahre nicht mehr!“, reagierte Lore ganz entgeistert. [2]
„Ich weiß. Wieviel Jahre ist die Frieda jetzt eigentlich schon tot?“, fragte Oma Elise ihre Schwiegertochter.
„Ich kann es dir nicht sagen.“
Lore zuckte mit den Schultern.
„Aber drei Jahre werden es bestimmt sein.“, entgegnete Lore leicht gereizt der in ihren Augen nun schon wirres Zeug redenden Greisin.

Elise Kubitz und ihre Freundin Frieda Weise (v.l.n.r.) auf einem alten Jugendfoto.
„Und trotzdem war sie vor kurzem hier bei mir, und wir haben uns sogar unterhalten. Das ist kein Traum gewesen!“, bekräftigte meine Oma noch einmal lautstark das gerade von ihr Geschaute.
„Ich sehe sie noch ganz deutlich vor mir: Sie ging über eine Brücke, winkte mir zu und sagte, ich solle mitkommen. Doch ob du es nun glaubst oder nicht, obwohl ich so gerne mitgegangen wäre, konnte ich nicht über die Brücke zu ihr gehen; ich hab’s mehrmals versucht, aber es ging einfach nicht. Die Frieda stand schon auf der anderen Seite und hat mir immer zugeredet und zugewinkt, dass ich doch endlich kommen solle, aber ich konnte einfach nicht zu ihr gehen, und ich hätte es so gerne gewollt. Warum konnte ich denn nicht mit ihr mitgehen?!“, echauffierte Oma Elise sich ihr wunderbares, zugleich aber auch enttäuschendes Erlebnis.
Meine Tante Lore, die sich mit dem Phänomen der Nahtodeserlebnisse (NTE) und dem Abholen sterbender Menschen kurz vor ihrem Lebensende durch bereits vorausgegangene Verstorbene garantiert nicht auskannte und auch nichts darüber gelesen hatte, konnte somit das Erlebnis ihrer an der Schwelle zur jenseitigen Welt stehenden Schwiegermutter nicht in ihr Weltbild einordnen. Deshalb wusste sie auch nicht, wie sie das - in ihren Augen - scheinbar „wirre Gerede“ der zunehmend hinfälliger werdenden alten Frau deuten sollte.
Haus meiner Vorfahren in Tautewalde.
Notwendige Anmerkungen.
Im Kontext der heutigen wissenschaftlich-medizinischen Literatur von Elisabeth Kübler-Ross, Raymond Moody, Melvin Morse, Pim van Lommel, Eben Alexander und anderen seriösen Forschern und Berichterstattern über NTEs erscheinen die „Phantastereien“ dieser alten Frau jedoch in einem ganz anderen Lichte. Heute wissen wir, dass viele Sterbende an der Schwelle des Todes von ihren bereits verstorbenen Verwandten und guten Bekannten begrüßt werden, um mit ihnen gemeinsam die „Grenze zur jenseitigen Welt“ – im obigen Fall war dies eine Brücke [3] – zu überschreiten.
Gibt es tatsächlich ein Jenseits, eine uns verschlossene höhere Da-seinsebene oder Dimension, deren Schatten in bestimmten einzigartigen Momenten – und der Vorgang des Sterbens scheint so ein feierlicher Prozess zu sein – in unsere sogenannte objektive Realität hereinreichen? Existieren in diesen – mit unseren Sinnen nicht erfassbaren Ebenen – ebenfalls Wesen, die über eine Persönlichkeit und über eine Erinnerung an oder gar eine Sicht in das Diesseits verfügen? Falls nicht, wie sind dann diese von vielen Menschen bereits erfahrenen, in vielen seriösen Studien dokumentierten und sich frappierend ähnelnden Abläufe zu erklären, die in Todesnähe immer wieder berichtet werden? Besitzt der Mensch ein persönliches Etwas, das den Tod des physischen Menschen überlebt? Warum schaltet das Gehirn, falls es der Sitz dieser materiell nicht fassbaren Seele sein sollte, in einer solchen Grenzsituation nicht einfach ab, sondern „gaukelt“ uns scheinbar eine schönere, friedlichere, glücklichere Zukunft vor? Halluziniert der sterbende Mensch an seinem Lebensende, vielleicht sogar verstärkt durch bereits beginnende Vergiftungserscheinungen im Organismus, in einem höheren Maße? Warum sehen die Hinscheidenden jedoch immer nur bereits ihnen vorausgegangene Personen? Es gibt keinen einzigen bezeugten Fall in der Literatur, wo Sterbende von ihnen erschienenen noch lebenden nahen Angehörigen berichtet haben.
Und dass Energie nicht so einfach verlorengehen kann, wissen viele von uns noch aus dem Physikunterricht. Was geschieht aber mit dieser Energie, die in unserem Körper wohnt, die uns antreibt, die uns denken, fühlen und handeln lässt – also den materiellen Leib belebt – beim Tode? Sie muss in eine andere Energieform umgewandelt werden oder in der bereits existierenden Form erhalten bleiben! Verlorengehen kann sie jedenfalls nicht! Mehr Möglichkeiten werden uns von der Physik nicht eingeräumt – oder die Physik muss überarbeitet werden.
Vielleicht sollten wir Menschenkinder in vielen Dingen – z.B. was die Erkennbarkeit dieser Welt anbelangt – doch etwas mehr Bescheidenheit an den Tag legen? Warum können wir nicht einfach akzeptieren, dass die Welt von uns aufgrund unserer sinnlichen „Beschränktheit“ nicht bis in alle Details erkennbar ist? Dass die uns umgebende objektive Realität nicht bis zum letzten Urgrund erforscht werden kann, geben ja sogar manche Fundamentalmaterialisten noch zu, denn „die relative Wahrheit nähert sich der absoluten Wahrheit asymptotisch an, wird diese aber nie erreichen“, haben wir in den Schulen der ehemaligen DDR mit der Lehre des Materialismus eingebläut bekommen. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass bestimmte Regionen – trotz der gewaltigen Fortschritte auf allen Gebieten von Wissenschaft und Forschung – dem menschlichen Geiste für immer verschlossen bleiben werden. Warum? Weil die Sinnesorgane des leiblichen Körpers nur bestimmte Informationen aufzunehmen in der Lage sind und dem in seinem Körper gefangenen individuellen Persönlichkeitskern des Menschen einfach nicht mehr Bewegungsfreiheit lassen, d.h. die Welt ist zwar erkennbar, jedoch nur in dem uns begrenzt zugänglichen akustischen, optischen usw. Spektrum. So wie der Mensch mit Hilfe seiner leiblichen Augen nur einen begrenzten Teil der elektromagnetischen Wellen – das sichtbare Licht – ohne weitere Geräte zu sehen in der Lage ist, so wird er zum Beispiel – trotz der in der Zukunft noch entwickelten Hilfsmittel – bestimmte Dimensionen des Universums nie erkennen können. Das sind keine fatalistischen Einlassungen eines gealterten Menschen, den das Leben zu sehr gebeutelt hat, nein, dies sind eigentlich logische Schlussfolgerungen, die aber von vielen voreingenommenen „Wissenschaftlern“ mit einer an Stumpfsinn grenzenden Beharrlichkeit abgelehnt, ja sogar bekämpft werden, weil die Resultate eventuell den liebgewordenen Weltanschauungen widersprechen könnten. Und so werden dem Menschen, trotz permanent proklamierter evolutionärer Höherentwicklung [4] (von der ich übrigens, was die Makro-Evolution anbelangt, gar nichts halte, u.a. auch weil die Kluft und damit der Widerspruch zwischen dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt und dem moralisch-ethischen Entwicklungsstand der Menschheit immer größer wird, also gerade das Gegenteil der Fall zu sein scheint!), viele Sphären des vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuums aufgrund seiner sinnlichen „Beschränktheit“ einfach für immer verschlossen bleiben. Meine Auffassung, die der heute vorherrschenden materialistischen Weltanschauung in vielen Punkten widerspricht, wird trotzdem von immer mehr Menschen – oder besser, von immer mehr älteren Menschen – akzeptiert, weil es erst im Laufe eines relativ langen Lebens zu Geschehnissen und Erlebnissen kommt – natürlich nur, wenn man mit einer entsprechenden Sensibilität durch die Welt geht und sich nicht mit Hilfe von Drogen und Rauschmitteln dieser Erfahrungen beraubt –, die diese untermauern; ich drücke mich mit Rücksicht auf den materialistisch ausgerichteten Leser mit Shakespeare bewusst vorsichtig aus, nämlich, dass es „mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit sich träumt“.
© Peter Jürgen Kubitz 2018


[1] Meine Oma wurde am 21.05.1902 geboren.
[2] Frieda Weise starb am 24.10.1990 (lt. Sterberegister der Wilthener evangelischen Kirche).
[3] Diese Grenze kann aber auch eine Tür, ein Gewässer, ein Zaun u.a.m. sein, an dem der Sterbende von bereits Verstorbenen „abgeholt“ wird. Auf dem obigen Jugendfoto ist oben links (hinter meiner Oma Elise) undeutlich eine Brücke zu erkennen. Seltsam, oder?
[4] Ein Widerspruch zur evolutionären Höherentwicklung der Menschen wäre übrigens auch, wenn die in den Gehirnen (wie nach dem heutigen Forschungsstand postuliert) gesammelten Erfahrungs- und Wissensschätze, die alle schriftlichen Veröffentlichungen der Menschheit übrigens nicht aufwiegen, mit dem Tode des Individuums im Orkus der Vergessenheit verschwinden würden.

28 August 2019

 

Fräulein Winkler lässt grüßen.

Nun kann man ja denken und glauben was man will: War es nur Zufall? Oder vielleicht doch Absicht? Intelligente Fügung gar? Erklärungsversuche für den Erhalt einer Grußkarte, die an meine ehemalige Nachbarin auf der Hermsdorfer Straße 9 in Dresden A 28 adressiert war, jedoch nie abgeschickt, viele Jahre später aber an mich weitergeleitet wurde, gibt es viele. Aber kann bzw. darf so etwas überhaupt sein? Nein, so etwas kann es nicht geben – ja, so etwas darf es nicht geben! Und warum nicht? Weil sonst Weltbilder ins Wanken gerieten, eventuell stünden sogar Paradigmenwechsel ins Haus. Unvorstellbar! Sie merken schon, ich versuche die Spannung aufzubauen. Doch der Reihe nach.

 

Hermsdorfer Straße 9

Von 1976 bis 1981 wohnte ich mit meiner Familie, also meiner Frau und unseren zwei Kindern, in Dresden-Löbtau auf der Hermsdorfer Straße 9 im I. Stock. Fräulein Winkler – wir sagten damals zu unverheirateten Frauen, auch wenn sie schon in die Jahre gekommen waren, noch „Fräulein“ [1] – also, dieses Fräulein Winkler war eine von Geburt an gehbehinderte und alleinstehende ältere Dame so um die Mitte siebzig und hatte ihre Wohnung im 3. Stockwerk des gleichen Hauses (warum allerdings der gehbehinderten Frau von der Kommunalen Wohnungsverwaltung Dresden-West nicht eine Wohnung in Parterre angeboten wurde, verschließt sich meinem logischen Verständnis). Neben uns wohnte eine Familie Kirsten (die Großeltern von Ulf Kirsten), darüber die Familie Hüttig, ganz oben das Fräulein Winkler. Die Parterre war wegen erheblicher Baumängel unbewohnt. Mit ihrem Gehstock und ihrer schweren Einkaufstasche quälte sich das Fräulein Winkler immer die vielen Treppen bis zu ihrer Wohnung unterm Dach hoch. Manchmal traf ich sie zufällig, wenn sie vom Einkaufen nach Hause kam, im Treppenhaus und trug ihr selbstverständlich die für sie sicherlich schwere Tasche bis in die III. Etage. Diese kleinen und für mich selbstverständlichen Dienste der christlichen Nächstenliebe entlohnte sie mir einmal mit einem Pfefferkuchen. Beim Öffnen der Blechdose in der Küche ihrer Wohnung sprach sie folgende bedeutungsvollen Worte zu mir:

„Pfefferkuchen muss man einsperren, damit sie weich werden, Herr Kubitz. Dann sind sie erst richtig gut und schmecken am besten.“

Ich weiß noch genau, dass Fräulein Winkler damals das Verb „einsperren“ benutzte. Ich war zu dieser Zeit noch relativ jung, also keine dreißig Jahre alt, und meine Sensibilität für andere, besonders für ältere Menschen, für ihre sprachlichen Äußerungen und den oft darin verborgenen tieferen Sinn hatte sich noch nicht entwickelt. Ob sie von meiner Inhaftierung gewusst hat, weiß ich nicht zu sagen. Oder ob das eine ganz allgemein formulierte, also eine symbolisch-versteckte Anspielung auf die Formung eines Menschen durch einen schweren Schicksalsschlag im allgemeinen, zum Beispiel eine Inhaftierung, sein sollte? Es darf vermutet werden.

 

Als dieses Fräulein Winkler Ende der 1970er Jahre nach einem Sturz ins Pflegeheim „Elsa Fenske“ auf der Löbtauer Straße eingeliefert wurde, habe ich sie in ihrem kleinen Zimmer noch ein paarmal besucht und ihr ein paar Kleinigkeiten vorbeigebracht. Darüber freute sich die inzwischen bettlägerige alte Frau stets sehr; wahrscheinlich wohnten in der näheren Umgebung keine Verwandten, die sie regelmäßig hätten besuchen können. Wenige Wochen später starb diese kleine unscheinbare Frau dann im Pflegeheim „Elsa Fenske“ in Dresden-Löbtau.

Doch nun zum eigentlichen Geschehen:

Anfang des 21. Jahrhunderts bestellte ich im Internet bei ebay eine alte Ansichtskarte meiner Heimatstadt Wilthen. Die Verkäuferin schickte mir nach der Bezahlung das Objekt der Begierde auch kurzfristig zu. Zur Stabilisierung der empfindlichen Postsendung hatte die Absenderin aus dem Baden-Württembergischen dem Brief zwei weitere Karten beigelegt. Die von mir gekaufte alte Ansichtskarte zeigte eine schöne Partie meiner Heimatstadt Wilthen; auf der einen kostenlos beigelegten Karte war ein Blumenstrauß zu sehen, die zweite Karte zeigte eine Ansicht von Bad Säckingen am Hochrhein mit Blick nach Süden. 

Die nicht abgestempelte Briefmarke im Wert von 15 Pfennigen zeigte Luther, geschrieben wurde die Karte zu Pfingsten, also im Mai, des Jahres 1964, der Absender lautete: Frida Winkler, Basel, St.-Gallenring 46 und adressiert war die Karte – und jetzt halten Sie sich bitte fest, denn auch ich hätte mich bald auf den Hintern gesetzt – an:

 »Fräulein Elisabeth Winkler, Dresden – A. 28, Hermsdorferstr. 9 III, Deutschland, DDR«

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte!

Man mache sich die Vielfältigkeit der Zusammenhänge einmal richtig klar:

Kann diese nicht von mir bestellte Karte zufällig als Beigabe an mich geschickt worden sein? Ja, sicherlich. Die Versenderin hat die Stadt Dresden und aufgrund der Postleitzahl 02681 auch Wilthen mit der ehemaligen DDR in Verbindung gebracht. Folgende Gedanken könnten der Absenderin durch den Kopf gegangen sein: Damit die schöne AK von Wilthen durch rabiate Postangestellte nicht geknickt wird, lege ich zur Sicherheit mal lieber noch zwei weitere Karten in den Briefumschlag – dadurch wird die ganze Sendung etwas stabiler. Jetzt tauchten folgende Fragen auf: Und welche Karten lege ich der Sendung bei? Oder soll ich vielleicht doch ein Stück Pappe von der Größe des Briefumschlages zuschneiden? Wir Schwaben sind nämlich sehr sparsame Leute! Nein, das macht mir dann doch zu viel Mühe. Ich schicke dem „armen“ Ossi aus Sachsen mal eine AK von unserer schönen Gegend mit – vielleicht kommt er sogar mal zu Besuch in unser schönes Ländle? Ach, da sehe ich gerade die Karte von Bad Säckingen, die nach Dresden adressiert ist und die schon lange bei mir im Bestand rumliegt, weil sie keiner kaufen will. Und Dresden liegt ja auch in der ehemaligen DDR. Die lege ich der bestellten Karte bei, dann ist alles etwas stabiler und nicht so leicht zu knicken, denn ich will ja auch eine gute Bewertung vom Käufer haben. Ein Szenario, das sich so oder so ähnlich durchaus abgespielt haben könnte.

Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für so viele Zufälle?

Sie ist fast gleich Null! Die Wahrscheinlichkeit einen Sechser im Spiel 6 aus 49 zu haben, ist garantiert größer! Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Karte – adressiert an Fräulein Winkler, Dresden A 28, Hermsdorfer Straße 9 – nach über 40 Jahren an einen Menschen, der heute in Wilthen wohnt, der aber zufällig zur gleichen Zeit im gleichen Haus wie Fräulein Winkler in einer Stadt mit damals einer knappen halben Million Einwohnern wohnte, eine nicht abgeschickte Karte, die an dieses Fräulein Winkler in Dresden A 28 auf der Hermsdorfer Straße 9 adressiert war und die viele Jahre bei einer Ansichtskartenhändlerin in Baden-Württemberg im Ansichtskarten-Kasten gelegen hat, als Beigabe zu einer völlig anderen Bestellung zufällig an mich gesendet wird? Gerade an diesen Jürgen Kubitz, der dieses Fräulein Winkler gut gekannt hat, und der jetzt in Wilthen, einem Nest in der Oberlausitz, wohnt, wird diese Ansichtskarte als Beilage oder Zugabe zur Stabilisierung einer Postsendung verschickt? Irre!

Das war kein Zufall!!! [2] Nein, das kann – das darf – kein Zufall gewesen sein!

Ich weiß, dass uns Menschen – diese Herabwürdigung der Vorsehung erfolgt meist durch Atheisten – stets unterstellt wird, hinter jedem Geschehen einen tieferen Sinn zu vermuten oder zu suchen. Dabei muss er von uns Menschenkindern nicht einmal gesucht werden, weil er nämlich stets und ständig vorhanden ist – nur erkennen wir ihn nicht; oder wir wollen ihn nicht erkennen. Manche Menschenexemplare dürfen ihn aufgrund ihrer weltanschaulichen Prägung bzw. Voreinstellung auch nicht erkennen!

Leider habe ich damals nach dem Erhalt des Briefes nicht sofort Verbindung mit der Verkäuferin bzw. dem Verkäufer aus dem Baden-Württembergischen aufgenommen, wahrscheinlich musste aber alles so geschehen, wie es geschah.

 

 Weiterführende Bemerkungen.

Ich bin ein strenger Determinist, für den es keinen Zufall gibt. Ich glaube, dass alles Geschehen gesetzmäßig abläuft und die Vorsehung die Hauptrolle in unserem Leben spielt. [3] Falls der Laplacesche Dämon [4] existieren sollte, als gläubiger Mensch könnte man vielleicht auch Gott zu dieser allwissenden Intelligenz sagen, dann gibt es – wenigstens für diese Intelligenz – keinen Zufall. Hier komme ich in Gewissenskonflikte, denn diese Auffassung widerspricht meinem Verständnis vom freien Willen des Menschen, weil alles Geschehen nun vorherbestimmt, also determiniert wäre. Das widerspricht allerdings meiner christlichen Auffassung, dass der Mensch von Gott mit einem „freien Willen“ ausgestattet worden ist.

Da erscheint mir das zeitweilige Hineinwirken von Verstorbenen in unsere Realität – in die vierdimensionale Raum-Zeit – schon wesentlich sinnfälliger; außerdem ist dies nicht so etwas Besonderes, wie verschiedene geschichtliche und gut beglaubigte Ereignisse und Dokumente aus der Vergangenheit beweisen. Außerdem kollidiert die spiritistische These nicht mit meinem Glauben an ein Leben nach dem Tode.

Wenn einem aber selbst so eine gerade berichtete Geschichte passiert, dann ist man schon überrascht. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das  Geschehen immer nach folgenden Punkten abzulaufen scheint:

 

  1. Zuerst ist man überrascht und total erstaunt über den Fakt.
  2. Dann verdrängt oder vergisst man den Sachverhalt.
  3. Man beschäftigt sich bewusst nicht weiter damit, weil man etwas „Wichtigeres“ zu tun hat.
  4. Später, nach Monaten oder Jahren, gibt es ein Zusammentreffen mit anderen Personen, die ähnliches erlebt haben und man erinnert sich des Vorfalles wieder.
  5. Der Fakt wird nun gründlicher beleuchtet und tiefgründiger betrachtet und man kommt zu völlig neuen und überraschenden Erkenntnissen.

 

Ob die Punkte 2 und 3 absichtlich stets so stattfinden, um zu verhindern, dass der tiefere Sinn hinter dem unglaublichen Geschehen erkannt wird, ist nicht ersichtlich. Dass es möglich ist, dass Verstorbene – auch viele Jahre nach ihrem Ableben – noch mit uns Lebenden in Kontakt treten können, ist heute ja offensichtlich kein Geheimnis mehr. [5]

 

© Peter Jürgen Kubitz 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1] Systematisiert wurde die Kritik am traditionellen Sprachgebrauch in den „Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs“, die vier Linguistinnen 1981 veröffentlichten. Sie empfehlen den vollständigen Verzicht auf den Gebrauch des Wortes „Fräulein“; wer dieser Empfehlung nicht folge, müsse als „Sexist“ gelten. […] In der Deutschen Demokratischen Republik war der Gebrauch von „Fräulein“ für unverheiratete Frauen bis zur Wende üblich.– Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fräulein.

[2] Hier musste ich drei Ausrufezeichen setzen, da dieses Zusammentreffen nicht zufällig gewesen sein kann!

[3] Und dies mit allen positiven und negativen Konsequenzen! Aufgrund meiner deterministischen Auffassung vom Weltenlauf ergibt sich folgendes schwerwiegendes Problem: Der Mensch besitzt keinen freien Willen mehr, sondern er ist eine Marionette an den Schicksalsfäden einer höheren Macht.

[4] Der Laplacesche Dämon ist die Veranschaulichung der erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Auffassung, nach der es im Sinne der Vorstellung eines geschlossenen mathematischen Weltgleichungssystems möglich ist, unter der Kenntnis sämtlicher Naturgesetze und aller Initialbedingungen wie Lage, Position und Geschwindigkeit aller im Kosmos vorhandenen physikalischen Teilchen, jeden vergangenen und jeden zukünftigen Zustand zu berechnen und zu determinieren. Mit dieser Aussage wäre es theoretisch möglich, eine Weltformel aufzustellen. Pierre Simon de Laplace schreibt: „Wir müssen also den gegenwärtigen Zustand des Universums als Folge eines früheren Zustandes ansehen und als Ursache des Zustandes, der danach kommt. Eine Intelligenz, die in einem gegebenen Augenblick alle Kräfte kennt, mit denen die Welt begabt ist, und die gegenwärtige Lage der Gebilde, die sie zusammensetzen, und die überdies umfassend genug wäre, diese Kenntnisse der Analyse zu unterwerfen, würde in der gleichen Formel die Bewegungen der größten Himmelskörper und die des leichtesten Atoms einbegreifen. Nichts wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren Augen.“ – Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_Dämon.

[5] Als Religion ist der Spiritismus durch eine ausgeprägte szientistische Haltung und durch eine scharfe Ablehnung des traditionellen Christentums charakterisiert. Grundlegend ist die Überzeugung, dass die menschliche Seele nach dem Tod weiter existiere und dass es mit Hilfe von Medien möglich sei, mit den Seelen Verstorbener zu kommunizieren. Die Verstorbenen unterscheiden sich demnach nur wenig von ihrer früheren irdischen Existenz, behalten ihre Eigenheiten, und auch die „andere Welt“, in der sie leben, ähnelt dem Diesseits, ist allerdings in mancherlei Hinsicht „besser“. Damit verbunden war ursprünglich die Überzeugung, dass die Existenz der Seelen oder Geister mittels wissenschaftlicher Experimente nachgewiesen werden könne. – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Spiritismus.